Wärmepumpe oder Gasheizung 2026: der Kostenvergleich über 20 Jahre nach dem neuen Gesetz
Seit Juli 2026 dürfen Sie wieder eine neue Gasheizung einbauen. Billiger ist sie dadurch nicht geworden: Jede Gasheizung, die seit dem 30. Juli 2026 neu in ein bestehendes Haus kommt, muss ab 2029 schrittweise mit Biomethan oder Wasserstoff laufen, bis 2040 zu 60 Prozent. Wir haben für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern 20 Jahre durchgerechnet, mit den aktuellen Preisen und drei Annahmen für die Zukunft. Ergebnis: Mit Förderung liegt die Wärmepumpe in allen drei Szenarien vorn, im mittleren um rund 28.000 Euro, im für Gas günstigsten noch um rund 11.800 Euro. Es gibt aber Häuser, in denen die Rechnung kippt. Welche das sind, steht weiter unten.
Was das Gebäudemodernisierungsgesetz an der Rechnung ändert
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat am 29. Juli 2026 das alte Heizungsgesetz abgelöst. Die Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen, ist gestrichen. Auch die Regel, dass alte Konstanttemperaturkessel nach 30 Jahren raus müssen, gibt es nicht mehr. Eine Beratungspflicht vor dem Einbau einer Gasheizung kennt das Gesetz ebenfalls nicht mehr.
Neu ist dafür die sogenannte Bio-Treppe in Paragraf 43. Sie gilt für jede Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude neu eingebaut wird, auch wenn sie nur eine alte Gastherme ersetzt. Entscheidend ist also das Einbaudatum, nicht das Jahr 2029. Wer heute eine neue Gastherme bestellt, ist schon betroffen. Der Eigentümer muss sicherstellen, dass ein wachsender Teil der Wärme aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff stammt:
| Ab | Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoff | Was das bei 19.500 kWh Gas bedeutet |
|---|---|---|
| 1. Januar 2029 | 10 % | rund 1.950 kWh Biomethan |
| 1. Januar 2030 | 15 % | rund 2.900 kWh |
| 1. Januar 2035 | 30 % | rund 5.850 kWh |
| 1. Januar 2040 | 60 % | rund 11.700 kWh |
In der Praxis erfüllen Sie die Pflicht über einen Gastarif mit entsprechendem Biomethan-Anteil. Das Biomethan muss nicht physisch bei Ihnen ankommen, es reicht, dass die Menge an anderer Stelle ins Netz eingespeist wird. Ihr Lieferant bestätigt das mit der Jahresabrechnung, Sie heben die Bestätigungen fünf Jahre auf. Der Schornsteinfeger fragt bei der Feuerstättenschau danach. Wer die Pflicht nicht erfüllt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro.
Es gibt vier Auswege. Eine Wärmepumpen-Hybridheizung gilt als erfüllt, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Gaskessels bringt (bei abwechselndem Betrieb 40 Prozent). Eine ausreichend große Solarthermieanlage oder eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung erfüllen die Pflicht in den Jahren 2029 bis 2034 vollständig, Solarthermie zählt danach anteilig. Wird die neue Heizung 2028 nach einem irreparablen Ausfall der alten eingebaut, beginnt die Pflicht erst zwölf Monate nach dem Einbau. Und in echten Härtefällen können Sie bei der zuständigen Behörde eine Befreiung beantragen. Eine Ausnahme für ältere Eigentümer, wie es sie früher gab, steht nicht mehr im Gesetz.
Wichtig für alle, deren Gasheizung noch läuft: Für Anlagen, die vor dem 30. Juli 2026 eingebaut wurden, gilt die Bio-Treppe nicht. Sie dürfen weiterlaufen, solange sie funktionieren. Betroffen sind diese Heizungen aber vom steigenden CO2-Preis und von einer Grüngasquote für die Gaslieferanten, für die die Bundesregierung laut Paragraf 42a bis zum 1. Dezember 2026 einen Gesetzentwurf vorlegen muss. Ab 2045 sollen die Lieferanten dann ganz auf klimaneutrale Brennstoffe umgestellt haben. Wie hoch die Quote in den Jahren davor ausfällt, ist noch nicht beschlossen; bisher liegt nur ein Eckpunktepapier des Wirtschaftsministeriums vor, das die Fachpresse zitiert.
Die Ausgangslage: Was Heizen heute kostet
Unser Beispiel ist ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf im Jahr, dasselbe Haus wie in unseren anderen Ratgebern. Eine Gas-Brennwerttherme braucht dafür rund 19.500 Kilowattstunden Gas. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 braucht rund 5.300 Kilowattstunden Strom. Die 3,4 sind kein Herstellerversprechen, sondern der Mittelwert der Luft-Wasser-Wärmepumpen im mehrjährigen Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden (Spanne 2,6 bis 4,9).
Gas kostete Neukunden im Einfamilienhaus 2026 bisher im Schnitt 11,93 Cent je Kilowattstunde, Haushaltsstrom 37,0 Cent (BDEW, Datenstand August 2026). In den 11,93 Cent steckt bereits ein CO2-Preis von rund 1,1 Cent netto, mit Mehrwertsteuer rund 1,4 Cent. Für Wärmepumpen mit eigenem Zähler und reduzierten Netzentgelten hat die Verbraucherzentrale NRW im Schnitt 24 Cent je Kilowattstunde plus rund 140 Euro Grundpreis im Jahr ermittelt. Damit sieht das erste Jahr so aus:
| Heizung | Energie | Wartung, Schornsteinfeger | Summe im Jahr |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwerttherme | rund 2.330 € | rund 250 € | rund 2.580 € |
| Wärmepumpe, Wärmepumpentarif | rund 1.410 € | rund 200 € | rund 1.610 € |
| Wärmepumpe, normaler Haushaltsstrom | rund 1.960 € | rund 200 € | rund 2.160 € |
Schon heute spart die Wärmepumpe also rund 960 Euro im Jahr, wenn sie über einen eigenen Tarif läuft, und gut 400 Euro mit gewöhnlichem Haushaltsstrom. Für die Wartung einer Gastherme nennt co2online 80 bis 180 Euro im Jahr, dazu kommt der Schornsteinfeger. Bei der Wärmepumpe fällt der Schornsteinfeger weg. Für die Wartung einer Heizung nennt co2online allgemein 110 bis 220 Euro im Jahr. Welcher Stromtarif für Ihre Anlage passt, rechnet der Ratgeber Wärmepumpenstrom im Tarif-Vergleich durch.
Die drei Kostentreiber beim Gas bis 2046
Eine Heizung läuft rund 20 Jahre. Entscheidend ist deshalb nicht der Preis von heute, sondern wie er sich entwickelt. Beim Gas kommen drei Posten hinzu, die es beim Strom so nicht gibt.
Erstens der CO2-Preis. 2026 kostet die Tonne CO2 im nationalen Handel 55 bis 65 Euro, das sind rund 1,2 bis 1,4 Cent brutto je Kilowattstunde Gas. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, diesen Korridor auch 2027 beizubehalten, der Bundesrat muss sich noch damit befassen. Ab 2028 übernimmt der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) die Preisbildung. Steigt der Preis dort über 45 Euro je Tonne in Preisen von 2020, gibt die EU zusätzliche Zertifikate frei, um ihn zu dämpfen. Eine Obergrenze ist das nicht. Das Umweltbundesamt rechnet für seine Projektionen mit 95 Euro je Tonne im Jahr 2028, 125 Euro 2030, 200 Euro 2035 und 275 Euro 2040 (jeweils in damaligen Preisen). Das ist eine Rechenannahme, keine Prognose. Jeder Euro je Tonne kostet unser Beispielhaus rund 4 Euro im Jahr.
Zweitens die Bio-Treppe. Biomethan ist teurer als Erdgas. Gastarife mit 10 Prozent Biomethan kosteten laut einer Auswertung von Verivox im Februar 2026 im Schnitt 12,4 Cent je Kilowattstunde, gegenüber durchschnittlich 9,94 Cent, die Haushalte im Februar 2026 für Gas zahlten. Unsere Szenarien setzen den Aufpreis bewusst niedriger an, gestützt auf die Großhandelswerte der EPICO-Analyse. Für den Biomethan-Anteil fällt dafür kein CO2-Preis an, was den Aufpreis mit steigendem CO2-Preis teilweise ausgleicht. Eine Analyse von Frontier Economics für den Thinktank EPICO kommt für einen Haushalt mit 16.000 Kilowattstunden auf Mehrkosten von 69 bis 194 Euro im Jahr 2030 und 71 bis 398 Euro im Jahr 2035. Danach steigt der Pflichtanteil auf 60 Prozent, und ab 2035 rechnet das Fraunhofer ISE in seinem teuren Szenario mit steigenden Preisen, weil dann Importe nötig würden.
Drittens die Gasnetzentgelte. Wenn immer mehr Haushalte das Gasnetz verlassen, verteilen sich die Kosten auf weniger Kunden. Für 2027 steigen die Gasnetzentgelte in den Beispielfällen des Datendienstleisters ene't nur um 1,3 bis 1,6 Prozent. Langfristig rechnen die Studien mit deutlich mehr: Das Institut der deutschen Wirtschaft geht im Basisfall von rund 2,6 auf 4,5 Cent je Kilowattstunde bis 2045 aus, das Fraunhofer ISE im ungünstigen Fall bis 8 Cent. Dazu kommt ein Risiko, das sich nicht in Cent fassen lässt: Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass Netzbetreiber Gasnetze stilllegen und Anschlüsse trennen dürfen, mit mindestens zehn Jahren Vorlauf. Beschlossen ist das noch nicht.
Die 20-Jahres-Rechnung: drei Szenarien
Weil niemand die Preise von 2040 kennt, rechnen wir mit drei Szenarien. Alle Werte sind in heutigen Preisen, also ohne allgemeine Inflation, damit sich die Zahlen mit Ihrem heutigen Budget vergleichen lassen. Der Strompreis bleibt im mittleren Szenario gleich: Die Haushaltsstrompreise lagen im August 2026 nahezu auf dem Stand vom April, und die Strom-Verteilnetzentgelte für 2027 bleiben für Haushalte in den Beispielfällen von ene't praktisch unverändert. Im für Gas günstigsten Szenario lassen wir den Strom trotzdem um ein Viertel steigen.
| Annahme | A: günstig für Gas | B: mittel | C: ungünstig für Gas |
|---|---|---|---|
| CO2-Preis 2030 / 2040 (€ je Tonne) | 70 / 190 | 106 / 200 | 115 / 250 |
| Aufpreis Biomethan je kWh | 5 ct | 8 ct | 12 ct |
| Gasnetzentgelt zusätzlich bis 2045 (netto) | keins | +2 ct | +6 ct |
| Wärmepumpenstrom | 30 ct (+25 %) | 24 ct | 24 ct |
| Gaspreis 2030 / 2040 (ct je kWh) | 12,6 / 15,2 | 14,2 / 18,9 | 15,8 / 25,3 |
Die CO2-Pfade orientieren sich an den Annahmen, die das Fraunhofer ISE (Szenarien nach EPICO und Ariadne) und das Umweltbundesamt verwenden, die Netzentgelte an den Pfaden von IW und Fraunhofer ISE. Für die Bio-Treppe rechnen wir nur mit den gesetzlichen 60 Prozent, nicht mit der vollständigen Umstellung ab 2045, die die Studien meist ansetzen. Das ist vorsichtig zugunsten der Gasheizung.
Bei der Anschaffung setzen wir für die Gas-Brennwerttherme 12.000 Euro an, inklusive Abgasleitung und Montage (co2online nennt 6.000 bis 9.000 Euro für das Gerät mit Einbau, das Fraunhofer ISE 11.400 bis 20.400 Euro für das Gesamtpaket). Die Wärmepumpe kostet in unserem Beispiel 30.000 Euro, davon sind 28.000 Euro förderfähig. Das liegt am unteren Rand der Spanne, die das Fraunhofer ISE nennt (28.500 bis 42.800 Euro); weil die förderfähigen Kosten gedeckelt sind, verringert jede weitere 1.000 Euro den Vorteil der Wärmepumpe um 1.000 Euro. Gefördert wird die Gasheizung nicht. Bei einem Antrag bis Ende 2026 bekommt die Wärmepumpe 30 Prozent Grundförderung, also 8.400 Euro. Ist Ihre Gas-Zentralheizung bei Antragstellung schon 20 Jahre in Betrieb, kommen 16 Prozent Klimabonus dazu, zusammen 12.880 Euro. Ab 2027 sinkt die Grundförderung auf 15 Prozent; 15 Prozentpunkte kommen als Wertschöpfungsbonus nur für Geräte mit Ursprung in der EU dazu. Wie die Rechnung ganz ohne Förderung aussieht, steht unter der Tabelle.
| Summe über 20 Jahre (2027 bis 2046) | A: günstig für Gas | B: mittel | C: ungünstig für Gas |
|---|---|---|---|
| Gasheizung: Anschaffung plus Betrieb | rund 72.000 € | rund 81.900 € | rund 98.700 € |
| Wärmepumpe mit 30 % Förderung | rund 60.200 € | rund 53.800 € | rund 53.800 € |
| Vorteil Wärmepumpe | rund 11.800 € | rund 28.100 € | rund 44.900 € |
| Vorteil mit 46 % Förderung (Klimabonus) | rund 16.300 € | rund 32.500 € | rund 49.400 € |
| Wärmepumpe liegt vorn ab (30 % / 46 %) | 2037 / 2033 | 2034 / 2031 | 2033 / 2030 |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens trägt der Betrieb fast die ganze Last: Die Gasheizung ist nach Abzug der Förderung beim Kauf 5.100 bis 9.600 Euro billiger, verbraucht diesen Vorsprung aber je nach Szenario und Fördersatz in vier bis elf Jahren. Zweitens macht die Bio-Treppe allein im mittleren Szenario über 20 Jahre rund 4.800 Euro aus, im Jahr 2040 rund 430 Euro. Diesen Posten gibt es nur bei einer neu eingebauten Gasheizung. Selbst ganz ohne Förderung läge die Wärmepumpe im mittleren Szenario noch rund 19.700 Euro vorn, im für Gas günstigsten Szenario rund 3.400 Euro. Ihren persönlichen Fördersatz, mit Einkommens- und Klimabonus bis zu 70 oder 80 Prozent, rechnet der Förder-Check aus.
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Förder-Check startenWas die großen Studien 2026 herausgefunden haben
Unsere Rechnung steht nicht allein. In diesem Jahr haben drei Institute die neue Rechtslage durchgerechnet, mit unterschiedlichen Häusern und Annahmen, aber derselben Richtung:
| Studie | Was gerechnet wurde | Ergebnis |
|---|---|---|
| Fraunhofer ISE, im Auftrag des Energieversorgers MVV (Juni 2026) | Einfamilienhaus, 150 m², 30.000 kWh, Vollkosten über 20 Jahre mit Bio-Treppe | Gas im jeweils günstigsten Fall rund 60 % teurer als die Wärmepumpe, bis zu 49.000 € in 20 Jahren |
| Fraunhofer ISI für den BUND (April 2026) | Einfamilienhaus der Klasse F, 121 m², nur Heizkosten 2027 bis 2045, ohne Anschaffung | 23.746 € mehr für Gas, im Jahr 2045 rund 326 € im Monat |
| Institut der deutschen Wirtschaft, IW-Report 36/2026 (Juli 2026) | Wohnung im Mehrfamilienhaus, 10.000 kWh, nur Betriebskosten | Gas von 1.080 € (2026) auf 1.952 € (2040), Wärmepumpe nahezu konstant bei rund 790 € |
Ein ehrlicher Blick auf die Grenzen gehört dazu. Die ISE-Studie hat ein Fernwärmeversorger bezahlt, sie rechnet ein Haus mit deutlich höherem Wärmebedarf (30.000 kWh) und noch mit der Förderlogik vor der Reform vom Juli 2026. Die ISI-Rechnung basiert auf den Eckpunkten vor dem Gesetzesbeschluss. Alle drei unterstellen, dass Gasheizungen 2045 vollständig mit grünem Gas laufen müssen. Der wichtigste Satz steht aber in der ISE-Studie: In keinem der untersuchten Fälle war die Luft-Wasser-Wärmepumpe teurer als das günstigste Szenario für den Gaskessel. Das deckt sich mit unserem Ergebnis.
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Wann die Gasheizung trotzdem die bessere Wahl sein kann
Eine Rechnung, bei der eine Seite immer gewinnt, wäre unseriös. Es gibt Fälle, in denen die Wärmepumpe ihren Vorsprung verliert, und sie lassen sich gut benennen.
Wenn die Wärmepumpe schlecht läuft und am normalen Haushaltsstrom hängt. Mit einer Jahresarbeitszahl von 2,8 statt 3,4 und ohne eigenen Wärmepumpentarif schrumpft der Vorsprung im mittleren Szenario von 28.000 auf rund 8.700 Euro. Kommt der für Gas günstige Preispfad aus Szenario A hinzu, bei unverändertem Haushaltsstrompreis, liegen beide Heizungen mit 30 Prozent Förderung praktisch gleichauf, ohne Förderung wäre Gas rund 9.600 Euro günstiger. Steigt zusätzlich der Strompreis um ein Viertel, liegt Gas auch mit Förderung deutlich vorn. Eine schwache Jahresarbeitszahl ist meist ein Planungsfehler, kein Schicksal: falsche Vorlauftemperatur, zu kleine Heizkörper, fehlender hydraulischer Abgleich. Ob Ihr Haus geeignet ist, prüfen Sie mit dem Ratgeber Wärmepumpe im Altbau und Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern.
Wenn Sie das Haus in wenigen Jahren verkaufen. Der Vorteil der Wärmepumpe baut sich erst nach vier bis elf Jahren auf. Wer in drei Jahren verkauft, hat bis dahin vor allem den höheren Kaufpreis bezahlt. Allerdings fragen Käufer zunehmend nach den künftigen Heizkosten, und eine neue Gasheizung bringt die Bio-Treppe als Pflicht mit ins Haus.
Wenn Ihre alte Gasheizung noch zuverlässig läuft. Dann ist die günstigste Option oft, sie weiterlaufen zu lassen, denn für sie gilt die Bio-Treppe nicht. Planen Sie den Wechsel in Ruhe, bevor die Therme ausfällt. Ist die Gas-Zentralheizung mindestens 20 Jahre alt, sichert ein Antrag bis zum 31. Januar 2027 den vollen Klimabonus von 16 Prozent; danach sinkt er in Schritten bis August 2028 auf null, siehe Förderung sinkt ab 2027.
Wenn ein Wärmenetz kommt. Plant Ihre Gemeinde ein Wärmenetz in Ihrer Straße, kann der Anschluss eine Alternative zu beiden Heizungen sein. Fragen Sie bei der Kommune nach dem Stand der Wärmeplanung, bevor Sie investieren. Erlaubt oder verboten ist eine Heizung durch die Wärmeplanung seit dem neuen Gesetz allerdings nicht mehr. Unabhängig davon können Gemeinden nach Landesrecht weiterhin einen Anschlusszwang an ein Fernwärmenetz beschließen.
Die Hybridheizung als Kompromiss. Eine Wärmepumpe, die mit dem vorhandenen oder einem neuen Gaskessel zusammenarbeitet, erfüllt die Bio-Treppe, wenn sie groß genug ist. Sie zahlen dann aber zwei Geräte, zwei Wartungen und weiter Netzentgelt und Grundpreis fürs Gas. Sinnvoll ist das vor allem, wenn einzelne Räume nur mit hohen Vorlauftemperaturen warm werden und ein Umbau der Heizkörper teuer wäre.
So treffen Sie die Entscheidung in fünf Schritten
- Lassen Sie die Heizlast Ihres Hauses berechnen. Sie entscheidet über die Größe der Wärmepumpe und ist ohnehin Voraussetzung für die Förderung.
- Holen Sie mindestens zwei Angebote für die Wärmepumpe ein und lassen Sie sich die erwartete Jahresarbeitszahl schriftlich nennen. Unter 3,0 sollten Sie nachfragen, woran es liegt.
- Rechnen Sie Ihren Fördersatz aus. Er entscheidet, ob Sie mit 30, 46 oder bis zu 80 Prozent planen können.
- Vergleichen Sie Wärmepumpentarife mit eigenem Zähler. Der Unterschied zum Haushaltsstrom macht im Beispielhaus rund 550 Euro im Jahr aus.
- Klären Sie die Finanzierung, bevor Sie unterschreiben. Der KfW-Zuschuss kommt erst nach dem Einbau, wie Sie das überbrücken, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe finanzieren.
Wer noch Zweifel an der Technik hat, findet die häufigsten Einwände mit Messdaten im Faktencheck „Wärmepumpe lohnt sich nicht“. Was die Anlage insgesamt kostet, steht im Ratgeber Was kostet eine Wärmepumpe?
Häufige Fragen
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen? Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gibt es keine 65-Prozent-Pflicht mehr. Für jede neu eingebaute Gasheizung gilt aber die Bio-Treppe: ab 2029 mindestens 10 Prozent Biomethan oder Wasserstoff, bis 2040 steigend auf 60 Prozent.
Meine Gastherme ist kaputt, muss ich jetzt eine Wärmepumpe nehmen? Nein. Sie dürfen eine neue Gastherme einbauen. Rechnen Sie aber mit steigenden Betriebskosten. Wird die neue Heizung 2028 nach einem irreparablen Ausfall eingebaut, gilt die Bio-Treppe erst zwölf Monate nach dem Einbau.
Muss meine alte Gasheizung nach 30 Jahren raus? Nein. Die frühere Austauschpflicht für alte Kessel ist mit dem neuen Gesetz gestrichen worden.
Gilt die Bio-Treppe auch für meine bestehende Gasheizung? Nein, nur für Heizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut werden. Bestehende Heizungen trifft aber der CO2-Preis und die geplante Grüngasquote der Lieferanten.
Lohnt sich eine Wärmepumpe mit 65 oder 70 noch? Das hängt vom Zeitraum ab. Im mittleren Szenario holt die Wärmepumpe den Mehrpreis mit 30 Prozent Förderung nach rund acht Jahren herein, mit 46 Prozent nach rund fünf. Mit höherem Einkommensbonus geht es noch schneller. Wer das Haus später vererbt oder verkauft, gibt den Vorteil mit weiter.
Ist Heizen mit Wärmepumpe wirklich günstiger als mit Gas? Mit eigenem Wärmepumpentarif und einer Jahresarbeitszahl um 3,4 schon heute, im Beispielhaus um rund 960 Euro im Jahr. Mit normalem Haushaltsstrom ist der Vorteil kleiner, rund 410 Euro.
Was kostet es, den Gasanschluss abzumelden? Das ist umstritten. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat Stilllegungskosten ohne vertragliche Grundlage im Dezember 2025 für unzulässig erklärt, der Fall liegt beim Bundesgerichtshof. Fragen Sie Ihren Netzbetreiber vorher schriftlich nach den Kosten.