Was kostet eine Wärmepumpe? Die ehrliche Rechnung 2026
Zwischen 27.000 und 45.000 Euro kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus inklusive Einbau. Das klingt erst einmal nach viel Geld. Die entscheidende Zahl ist aber eine andere: der Eigenanteil nach Förderung. Und der liegt seit der Reform vom 21. Juli 2026 je nach Einkommen zwischen etwa 7.600 und 17.000 Euro, oft also im Bereich einer neuen Gasheizung. Hier kommt die komplette Rechnung, ohne Schönfärberei.
Wärmepumpen-Kosten 2026 im Überblick
Die Preise unterscheiden sich stark nach Technik. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der Standard im Bestand, weil sie ohne Bohrung auskommt:
| Typ | Gerät und Zubehör | Gesamtkosten inkl. Einbau |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 12.000 bis 25.000 € | 27.000 bis 45.000 € |
| Erdwärme (Sole-Wasser) mit Bohrung | 15.000 bis 28.000 € | 40.000 bis 60.000 € |
| Brauchwasser-Wärmepumpe (nur Warmwasser) | 2.500 bis 5.000 € | 3.500 bis 7.000 € |
Warum die große Spanne? Der Einbau macht oft die Hälfte der Rechnung aus: Hydraulik, Elektrik, Fundament, Pufferspeicher, Entsorgung der alten Heizung und der hydraulische Abgleich kommen zum Gerätepreis dazu. Und die Handwerkerpreise unterscheiden sich regional erheblich. Holen Sie deshalb immer mindestens zwei, besser drei Angebote ein.
Was kostet eine Wärmepumpe für 100, 150 oder 200 Quadratmeter?
Die Wohnfläche bestimmt die nötige Heizleistung und damit die Gerätegröße. Als Orientierung für ein durchschnittlich gedämmtes Bestandshaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe:
| Wohnfläche | Typische Heizleistung | Gesamtkosten inkl. Einbau |
|---|---|---|
| 100 qm | 6 bis 9 kW | 25.000 bis 35.000 € |
| 150 qm | 9 bis 12 kW | 28.000 bis 40.000 € |
| 200 qm | 12 bis 16 kW | 32.000 bis 48.000 € |
Wichtig zu verstehen: Die Wohnfläche ist nur ein grober Anhaltspunkt. Ein gut gedämmtes Haus mit 200 Quadratmetern kann weniger Heizleistung brauchen als ein unsanierter Altbau mit 120. Eine saubere Heizlastberechnung durch den Fachbetrieb ist deshalb Pflicht und übrigens auch Voraussetzung für die Förderung.
Altbau oder Neubau: zwei Kostenbeispiele
Altbau, Baujahr 1978, 140 qm, teilsaniert: Hier kommen zum Gerät oft Zusatzarbeiten dazu, etwa der Tausch von drei bis fünf Heizkörpern gegen größere Modelle, ein Pufferspeicher und Anpassungen an der Elektrik. Realistische Gesamtkosten: 33.000 bis 42.000 Euro. Die gute Nachricht: Auch der Heizkörpertausch zählt zu den förderfähigen Kosten, wenn er Teil des Vorhabens ist.
Neubau oder sanierter Bestand mit Fußbodenheizung, 140 qm: Hier reicht meist ein kleineres Gerät, Zusatzarbeiten entfallen weitgehend. Realistische Gesamtkosten: 26.000 bis 32.000 Euro. Im Neubau gibt es allerdings keinen Klimabonus, weil keine alte fossile Heizung ersetzt wird. Die große Förderung ist ein Bestandsgebäude-Thema.
Laufende Kosten: der Stromverbrauch, realistisch gerechnet
Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Diese Kennzahl heißt Jahresarbeitszahl, kurz JAZ. Für ein teilsaniertes Haus mit 150 Quadratmetern und rund 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf ergibt das bei einer JAZ von 3,5 etwa 5.100 Kilowattstunden Heizstrom im Jahr. Die Kosten hängen dann am Tarif:
Mit normalem Haushaltsstrom zu 30 Cent sind das rund 1.540 Euro im Jahr. Mit einem Wärmepumpen-Tarif zu etwa 25 Cent rund 1.280 Euro. Und wer die reduzierten Netzentgelte nach Paragraf 14a EnWG nutzt und zusätzlich einen dynamischen Tarif mit Lastverschiebung fährt, kommt in vielen Netzgebieten auf unter 1.100 Euro. Zum Vergleich: Dieselben 18.000 Kilowattstunden aus einer Gasheizung kosten bei 11 Cent je Kilowattstunde etwa 2.150 Euro, Tendenz durch den steigenden CO2-Preis weiter nach oben. Wie Sie beim Strom das Maximum herausholen, lesen Sie in unserem Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen.
Der Eigenanteil nach der neuen Förderung: drei Rechenbeispiele
Seit dem 21. Juli 2026 ist die Förderung einkommensabhängig gestaffelt. Gefördert werden bis zu 28.000 Euro der Kosten, der Fördersatz liegt je nach Situation zwischen 30 und 80 Prozent. So sieht das konkret aus, jeweils für ein Vorhaben mit 32.000 Euro Gesamtkosten im selbst bewohnten Bestandshaus mit altem Gas- oder Ölkessel:
| Haushalt | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| zvE bis 30.000 € (z. B. Rentnerpaar) | 80 % | 22.400 € | 9.600 € |
| zvE 40.001 bis 50.000 € | 56 % | 15.680 € | 16.320 € |
| zvE über 50.000 € | 46 % | 12.880 € | 19.120 € |
Der Eigenanteil ist also fast immer niedriger, als viele denken, und für Familien gibt es zusätzlich einen Einkommens-Freibetrag von 10.000 Euro. Alle Details zur Staffel, zum Familienzuschlag und zum Antrag finden Sie in unserem Ratgeber zur neuen Heizungsförderung 2026.
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Der kostenlose Förder-Check gibt Ihnen eine erste Einschätzung, welcher Fördersatz und welcher Eigenanteil für Ihr Haus realistisch sind.
Zum Förder- und Kosten-CheckVersteckte Kosten: worauf Sie im Angebot achten sollten
Vergleichen Sie Angebote nie nur am Endpreis, sondern an dem, was drinsteckt. Häufige Positionen, die in günstigen Angeboten fehlen und später als Nachtrag kommen: der separate Zähler oder Zählerschrank-Umbau (500 bis 2.000 Euro), der Pufferspeicher (1.000 bis 2.500 Euro), das Fundament oder die Wandkonsole für das Außengerät, die Entsorgung des alten Kessels und des Öltanks sowie der hydraulische Abgleich. Fragen Sie außerdem, ob die Heizlastberechnung und die Bestätigung zum Antrag für die Förderung im Preis enthalten sind.
Wie Sie den Eigenanteil finanzieren
Wenn der Eigenanteil nicht auf dem Konto liegt, gibt es zwei sinnvolle Wege. Erstens den Ergänzungskredit der KfW: ein zinsgünstiges Darlehen bis 120.000 Euro je Wohneinheit, das Sie zusätzlich zum Zuschuss beantragen können. Haushalte bis 90.000 Euro Jahreseinkommen erhalten dabei noch einen extra Zinsvorteil. Zweitens der Steuerbonus nach Paragraf 35c EStG als Alternative zur Zuschussförderung: 20 Prozent der Kosten verteilt über drei Jahre direkt von der Steuerschuld. Der Steuerbonus lohnt sich fast nur für Haushalte, die wegen ihres Einkommens keinen Bonus bekommen und die Förderbedingungen scheuen. Für alle anderen ist der KfW-Zuschuss klar die bessere Wahl. Wichtig in beiden Fällen: Erst die Förderung regeln, dann den Vertrag unterschreiben, sonst verschenken Sie Geld.
Wärmepumpe gegen Gasheizung: die 15-Jahres-Rechnung
Eine neue Gasheizung kostet mit Schornsteinsanierung meist 12.000 bis 16.000 Euro, wird aber nicht gefördert und heizt jedes Jahr teurer, weil der CO2-Preis planmäßig steigt. Rechnen wir konservativ mit dem Beispielhaus von oben: Die Wärmepumpe kostet nach Förderung 16.320 Euro und verursacht etwa 1.280 Euro Stromkosten im Jahr. Die Gasheizung kostet 14.000 Euro und startet bei 2.150 Euro Brennstoffkosten, die über 15 Jahre im Schnitt eher Richtung 2.600 Euro laufen. Nach 15 Jahren stehen bei der Wärmepumpe rund 35.500 Euro Gesamtkosten, bei der Gasheizung rund 49.000 Euro. Selbst wenn man der Wärmepumpe einen Wartungsaufschlag und einen Kompressortausch zugesteht, bleibt ein deutlicher Vorsprung. Ohne Förderung wäre die Rechnung enger, mit ihr ist sie ziemlich eindeutig.
Häufige Fragen zu den Kosten
Funktioniert eine Wärmepumpe auch mit normalen Heizkörpern? In vielen Fällen ja. Entscheidend ist, ob Ihre Heizkörper das Haus mit maximal 50 bis 55 Grad Vorlauftemperatur warm bekommen. Ein einfacher Selbsttest: Begrenzen Sie im Winter die Vorlauftemperatur Ihrer alten Heizung auf 50 Grad. Bleibt das Haus warm, passt es. Einzelne zu kleine Heizkörper lassen sich günstig tauschen, und das ist mitgefördert.
Wie lange hält eine Wärmepumpe? Übliche Lebensdauer sind 15 bis 20 Jahre, ähnlich wie bei einem Gaskessel. Die Wartung ist mit 150 bis 300 Euro im Jahr eher günstiger, weil Verbrennung, Abgasmessung und Schornsteinfeger entfallen.
Lohnt sich das im unsanierten Altbau? Nicht immer. Wenn Ihr Haus nur mit 70 Grad Vorlauf warm wird, sollten Sie erst über einzelne Dämm-Maßnahmen oder größere Heizkörper nachdenken. Ein seriöser Fachbetrieb rechnet Ihnen das ehrlich vor, bevor er verkauft.
Steigen die Preise oder lohnt sich Warten? Die Gerätepreise sind zuletzt eher gefallen, aber die Förderung sinkt ab Februar 2027 planmäßig in mehreren Schritten. Wer den Tausch plant, fährt mit den heutigen Konditionen fast immer besser als mit Abwarten.