Wärmepumpe Erfahrungen: 53 Bestandshäuser mit echten Zahlen zu Strom, JAZ und Kosten
Wie läuft eine Wärmepumpe in einem Haus, das nicht neu ist? Das Umweltbundesamt sammelt dazu Erfahrungsberichte von Eigentümern, mit Baujahr, Stromverbrauch, Jahresarbeitszahl und Kosten. Wir haben alle 53 Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser aus dieser Sammlung ausgewertet. Das Ergebnis: Die Hälfte der Anlagen kommt auf eine Jahresarbeitszahl von 4,1 oder mehr und braucht rund 26 Kilowattstunden Strom je Quadratmeter im Jahr. Den größten Unterschied macht nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur. Fünf Häuser stellen wir im Detail vor, vom Ölkessel-Tausch im Ziegelhaus bis zur Fachwerkmühle, und sagen auch, wo die Zahlen geschönt sein können.
Was 53 Häuser über die Wärmepumpe im Bestand verraten
Das Portal „So geht’s mit Wärmepumpen!“ des Umweltbundesamts (UBA) gibt es seit März 2024. Eigentümer, Handwerksbetriebe, Energieberater und Hersteller können dort ein Projekt eintragen. Gefragt wird nach festen Eckdaten: Baujahr, beheizte Fläche, alte Heizung, Vorlauftemperatur, Stromverbrauch, Jahresarbeitszahl, Kosten und Förderung. Am 24. Oktober 2026 standen 79 Projekte online. Wir haben die Mehrfamilienhäuser, Nichtwohngebäude, Neubauten, einen Eintrag ohne Gebäudeart und zwei sehr große Gebäude über 400 Quadratmeter herausgenommen. Übrig bleiben 53 Häuser, wie sie die meisten Leser bewohnen.
| Merkmal | Verteilung in den 53 Häusern |
|---|---|
| Gebäudeart | 45 Ein- und Zweifamilienhäuser, 8 Reihenhäuser und Doppelhaushälften |
| Baujahr | 13 vor 1946, 15 von 1946 bis 1976, 17 von 1977 bis 1994, 8 von 1995 bis 2001 |
| Sanierungsstand | 11 unsaniert, 35 teilsaniert, 7 vollsaniert |
| Alte Heizung | 35 Gas, 16 Öl, je 1 Nachtspeicher und sonstige |
| Wärmequelle | 47 Luft, 6 Erdreich |
| Heizflächen | 36 nur Heizkörper, 12 Heizkörper plus Fußbodenheizung, 5 nur Flächenheizung |
| Beheizte Fläche | Mitte bei 160 m², die Hälfte zwischen 130 und 210 m² |
Wichtig für alle Zahlen in diesem Artikel: Die Angaben stammen von den Einreichern selbst. Das UBA misst nicht nach, und gesucht werden ausdrücklich nachahmenswerte Projekte. Wer mit seiner Anlage unzufrieden ist, trägt sie eher nicht ein. Die Sammlung zeigt also, was im Bestand möglich ist, nicht den Durchschnitt aller eingebauten Wärmepumpen. Wie man die Werte einordnet, steht im Abschnitt zur Jahresarbeitszahl.
Stromverbrauch der Wärmepumpe: was in der Praxis normal ist
Für 44 Häuser ist der jährliche Stromverbrauch der Wärmepumpe angegeben, meist für Heizung und Warmwasser zusammen. Der mittlere Wert liegt bei rund 4.150 Kilowattstunden im Jahr. Weil die Häuser sehr unterschiedlich groß sind, ist der Verbrauch je Quadratmeter aussagekräftiger: Er liegt in der Mitte bei 26 Kilowattstunden, die Hälfte der Häuser braucht zwischen 18 und 34.
| Baujahr | Häuser mit Angabe | Strom je m² und Jahr (Median) | Bei 150 m² |
|---|---|---|---|
| vor 1946 | 10 | 31 kWh | rund 4.700 kWh |
| 1946 bis 1976 | 13 | 29 kWh | rund 4.300 kWh |
| 1977 bis 1994 | 14 | 25 kWh | rund 3.700 kWh |
| 1995 bis 2001 | 7 | 15 kWh | rund 2.300 kWh |
| alle | 44 | 26 kWh | rund 3.900 kWh |
Die Gruppen sind klein, einzelne Häuser verschieben den Wert. Als Orientierung taugt die Tabelle trotzdem: Ein Haus aus den 1960er Jahren mit 150 Quadratmetern, das 6.000 oder mehr Kilowattstunden Strom braucht, liegt deutlich über dem, was die Besitzer in der Sammlung berichten. Dann lohnt sich ein Blick auf Heizkurve, Warmwasser-Temperatur und Heizstab.
Rechenbeispiel für Ihr Haus. Den Stromverbrauch schätzen Sie aus Ihrem bisherigen Verbrauch. Ein Haus mit 150 Quadratmetern verbraucht 19.500 Kilowattstunden Gas im Jahr. Davon kommen bei einem Nutzungsgrad von gut 90 Prozent rund 18.000 Kilowattstunden als Wärme an. Diese Wärme teilen Sie durch die Jahresarbeitszahl:
| JAZ | Strom | je m² | Kosten mit WP-Tarif | mit Haushaltsstrom |
|---|---|---|---|---|
| 3,0 | 6.000 kWh | 40 kWh | rund 1.580 € | rund 2.220 € |
| 3,4 (Mittel Fraunhofer-Feldtest) | 5.300 kWh | 35 kWh | rund 1.410 € | rund 1.960 € |
| 4,1 (Mitte der UBA-Sammlung) | 4.400 kWh | 29 kWh | rund 1.200 € | rund 1.630 € |
Zwischen einer JAZ von 3,0 und 4,1 liegen im Beispielhaus also rund 380 Euro im Jahr. Etwa genauso viel macht der Tarif aus: Gerechnet ist ein Wärmepumpentarif mit 24 Cent je Kilowattstunde plus 140 Euro Grundpreis gegen Haushaltsstrom mit 37 Cent. Welcher Stromtarif sich für die Wärmepumpe rechnet, zeigt der Vergleich Wärmepumpenstrom gegen Haushaltsstrom. Die Strompreise sind Durchschnittswerte (BDEW, Verbraucherzentrale NRW), Ihr Tarif kann abweichen.
Jahresarbeitszahl in der Praxis: Der Vorlauf entscheidet, nicht das Baujahr
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. 42 Häuser nennen einen Wert. Die Mitte liegt bei 4,1, die Hälfte der Anlagen kommt auf 3,7 bis 4,5. 35 der 42 Anlagen erreichen mindestens 3,5, nur drei bleiben unter 3,0. Sortiert man die Häuser nach ihrer Vorlauftemperatur, zeigt sich das deutlichste Muster der ganzen Sammlung:
| Gruppe | Anlagen | Jahresarbeitszahl (Median) |
|---|---|---|
| Vorlauf bis 40 °C | 21 | 4,6 |
| Vorlauf über 40 °C | 21 | 3,8 |
| nur Heizkörper | 29 | 4,1 |
| mit Fußboden- oder Wandheizung | 13 | 4,1 |
| Baujahr vor 1946 | 11 | 3,75 |
| Baujahr 1946 bis 1976 | 14 | 4,25 |
| Baujahr 1977 bis 2001 | 17 | 4,2 |
Häuser mit Heizkörpern schneiden in der Sammlung genauso ab wie Häuser mit Fußbodenheizung. Das deckt sich mit dem großen Feldtest „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE: Dort hing die Effizienz allein mit den Heizkreistemperaturen zusammen, einen Zusammenhang mit dem Baualter fanden die Forscher nicht. Ausreichend große Heizkörper liefen dort mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen. Wie Sie prüfen, ob Ihre Heizkörper reichen, steht im Ratgeber Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern.
Warum die UBA-Zahlen besser aussehen als der Feldtest. Im Fraunhofer-Feldtest kamen die Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel auf eine JAZ von 3,4, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Erdwärmepumpen lagen bei 4,3. Die UBA-Sammlung liegt fast einen ganzen Punkt höher. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens die Auswahl: Eingetragen werden gelungene Projekte. Zweitens die Messung: Fraunhofer misst mit eigener Messtechnik, also Wärmemengen- und Stromzählern, direkt an der Wärmepumpe. Viele Eigentümer lesen die Werte dagegen aus der Anzeige der Anlage ab, und manche rechnen Heizstab und Pumpen mit ein, andere nicht. Laut Feldtest liegt die Arbeitszahl des ganzen Systems im Schnitt rund 15 Prozent unter der Zahl, die nur den Wärmeerzeuger betrachtet. Drittens das Engagement: Viele Einreicher haben ihre Anlage nach dem Einbau selbst nachjustiert. Rechnen Sie für Ihre Planung deshalb lieber mit 3,4 als mit 4,1. Alles darüber ist ein Gewinn.
Fünf Häuser im Detail
Die folgenden Fälle haben wir ausgewählt, weil sie häufige Ausgangslagen abdecken und die Einreicher genau beschreiben, was gut lief und was nicht. Alle Angaben stammen von den jeweiligen Projektseiten des UBA.
1. Ölheizung durch Wärmepumpe ersetzt: Ziegelhaus von 1983, 185 m²
Das freistehende Einfamilienhaus in Waldhufen (Sachsen) hat 38 Zentimeter Ziegelmauerwerk. Saniert waren nur die Fenster im Jahr 2000 und die Decke des Obergeschosses leicht gedämmt. Die Ölheizung lief noch, der Eigentümer wollte trotzdem wechseln und vorhandene Heizkörper und Rohre weiter nutzen. Zehn Angebote holte er ein. Die vorgeschlagenen Wärmepumpen reichten von 12 bis 26 Kilowatt, oft sollte der Ölkessel für Spitzenlasten bleiben. Er nahm eine 12-kW-Anlage mit Hygienespeicher. Nach der Inbetriebnahme im November 2022 lief sie ineffizient, das Warmwasser war schlecht.
Erst ein Umbau in Eigenregie brachte die Wende: Der Heizkreis wurde vom Speicher entkoppelt, die Mischer-Pumpengruppe durch ein Überströmventil ersetzt. Seitdem senkt die Anlage laut Eigentümer die Heizkosten um 30 bis 40 Prozent. Sie braucht 3.800 Kilowattstunden Strom im Jahr, der Vorlauf sank von bis zu 55 auf 45 Grad, die JAZ liegt bei 4,1. Dieser Wert gilt nur für die Heizung, das Warmwasser kommt noch aus dem restlichen Öl. Kosten: 22.500 Euro für die Wärmepumpe, 31.000 Euro insgesamt, 12.650 Euro Förderung.
Die Lehre: Die Anlage ist zu groß, sie muss häufig nachgeregelt werden. Der Eigentümer rät, die Heizlast von einem Fachplaner berechnen zu lassen und auf keinen Fall aus dem Verbrauch des alten Kessels abzuleiten.
2. Reihenhaus mit Einrohrheizung: 140 m², Baujahr 1996
Einrohrheizungen gelten als schlechte Basis für eine Wärmepumpe, weil das Wasser nacheinander durch alle Heizkörper fließt und dafür heiß sein muss. Die neuen Eigentümer eines Reihenendhauses in Rheinstetten (Baden-Württemberg) ließen trotzdem raumweise die Heizlast berechnen. Sie ersetzten 9 von 13 Heizkörpern durch tiefere Modelle und gleichen die Heizkreise der Stockwerke über Rücklauftemperaturbegrenzer gegeneinander ab. Die 5-kW-Wärmepumpe mit Propan läuft seit Mai 2022.
Im ersten vollen Jahr brauchte sie 1.250 Kilowattstunden Strom, gemessen mit einem eigenen Zähler. Die JAZ lag bei 4,1, bei einem Vorlauf von 50 Grad statt vorher 56 bis 60. Der Verbrauch an Endenergie sank gegenüber der alten Ölheizung um 90 Prozent. Dazu gehört aber auch: Die Räume sind etwas kühler, das Dachgeschoss bleibt an sehr kalten Tagen teils unbeheizt, die Wärmepumpe läuft vor allem tagsüber und der Heizstab ist abgeschaltet. Kosten insgesamt 46.500 Euro, davon 23.250 Euro Förderung. Lärm sei in der Reihenhaussiedlung kein Thema, das Außengerät steht unter dem Schlafzimmerfenster.
Die Lehre: Eine Einrohrheizung schließt die Wärmepumpe nicht aus. Ohne raumweise Heizlastberechnung und größere Heizkörper hätte es aber kaum funktioniert.
3. Doppelhaushälfte im Inntal: Öl raus, 600 Euro im Jahr gespart
Die Doppelhaushälfte in Neubeuern (Bayern) ist von 1982 und hat 150 Quadratmeter, teils Fußbodenheizung, teils Heizkörper. Der Ölkessel lief seit 2000 und brauchte 1.800 bis 2.000 Liter im Jahr. Mit ein Grund für den Wechsel war ein Nachbar, der zwei Jahre vorher umgestiegen war und gute Erfahrungen gemacht hatte. Die Eigentümer suchten ein halbes Jahr nach einem Heizungsbauer. Im Mai 2023 ging eine 5-kW-Luftwärmepumpe mit Propan in Betrieb, sechs Heizkörper wurden getauscht.
2024 verbrauchte sie 3.700 Kilowattstunden Strom. Der Vorlauf liegt bei 35 Grad statt vorher bis zu 55, die aus der Anzeige berechnete JAZ bei 4,6. Die Eigentümer sparen nach eigener Angabe rund 600 Euro Heizkosten im Jahr. Die Wärmepumpe kostete 29.000 Euro, alle Maßnahmen zusammen 62.000 Euro, gefördert wurden 27.000 Euro.
Die Lehre: Die Suche nach einem Betrieb kann länger dauern als der Einbau. Planen Sie dafür Zeit ein, bevor der alte Kessel ausfällt.
4. Fachwerkhaus: alte Dorfmühle mit 241 m² und Heizkörpern
Wie alt die ehemalige Mühle in Aspach (Baden-Württemberg) ist, weiß niemand genau, die Eigentümer schätzen 200 Jahre oder mehr. Heute ist sie ein teilsaniertes Zweifamilienhaus. Es gibt kein Gasnetz und keine Fernwärme, der Ölkessel war 20 Jahre alt. Die Eigentümer berechneten die Heizlast selbst, legten die Heizkörper der Einliegerwohnung aus und machten den hydraulischen Abgleich über vernetzte Thermostatköpfe. Seit Frühjahr 2025 heizt eine 17-kW-Luftwärmepumpe beide Wohnungen.
Bei 53 Grad Vorlauf zeigt die Anlage für den Winter 2025/26 eine JAZ von 4,26 und 6.400 Kilowattstunden Strom. Ein volles Messjahr steht noch aus, und der Wert stammt aus der Anzeige der Wärmepumpe. Ein Raum ließ sich nicht sinnvoll mit einem Heizkörper ausstatten, dort hängt jetzt eine Infrarotheizung. Die Photovoltaik deckt rund die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs. Kosten: 57.000 Euro für die Wärmepumpe, 72.000 Euro insgesamt, 25.000 Euro Förderung.
Die Lehre: Ein großes, altes Haus treibt die Kosten, nicht unbedingt die Effizienz. Die Eigentümer raten, zu kleine Heizkörper erst nach ein bis zwei Wintern zu tauschen, wenn klar ist, welche wirklich fehlen.
5. Erfahrungen nach über 15 Jahren: Einfamilienhaus von 1977
In Bad Zwischenahn (Niedersachsen) heizt seit September 2009 eine Luftwärmepumpe mit 5 Kilowatt ein Haus mit 135 Quadratmetern und Fußbodenheizung. Vorher war es über Jahrzehnte Schritt für Schritt gedämmt worden: Dach, Kerndämmung, teils neue Fenster. Die Gas-Brennwerttherme war defektanfällig geworden. In den ersten Jahren lag die JAZ bei 2,9. Erst ein neuer Warmwasserspeicher, ein Pufferspeicher als hydraulische Weiche und eine Begrenzung der Speicherladung auf 45 Grad hoben sie 2013 auf 3,5. Heute nennt der Eigentümer 3,6 bei 2.038 Kilowattstunden Strom im Jahr, gemessen mit eigenem Zwischenzähler und Wärmemengenzähler.
Ärger gab es auch: Die Anlage war anfangs zu laut, eine Einhausung, Schwingungsdämpfer und der Leise-Modus in der Nacht halfen. Das Außengerät vereiste, bis die Pumpenleistung beim Abtauen erhöht wurde. Die Steuerung fällt gelegentlich aus, sonst gab es keine Ausfälle. Gekostet hat die Wärmepumpe 2009 rund 18.400 Euro, alles zusammen knapp 24.800 Euro, gefördert wurden 3.550 Euro. Heute würde der Eigentümer statt der Solarthermie das ganze Dach mit Photovoltaik belegen.
Die Lehre: Die Effizienz ist kein Schicksal. Wer misst, findet die Stellschrauben, auch noch Jahre nach dem Einbau.
Mit wie viel Förderung können Sie rechnen?
Die Häuser in der Sammlung wurden nach alten Regeln gefördert. Der kostenlose Förder-Check zeigt Ihnen in zwei Minuten, welcher Fördersatz seit der Reform vom 21. Juli 2026 für Ihr Haus, Ihre alte Heizung und Ihr Einkommen gilt.
Förder-Check startenWenn die Jahresarbeitszahl unter 3,5 bleibt: drei Beispiele
Sieben der 42 Anlagen liegen unter 3,5. Drei davon zeigen gut, woran es liegt, und dass die Besitzer trotzdem zufrieden sind:
- Einfamilienhaus von 1966 in Reutlingen, 106 m², JAZ 3,09. Das Haus hat keine Fassadendämmung und brauchte vorher rund 29.000 Kilowattstunden Gas, über 270 je Quadratmeter. Die Wärmepumpe braucht 52 Grad Vorlauf und 4.777 Kilowattstunden Strom. Der Eigentümer nennt das Projekt trotzdem einen vollen Erfolg.
- Haus von 1938, 142 m², JAZ 3,1. Die alten Guss-Gliederheizkörper blieben, dafür kam eine Wärmepumpe für hohe Vorlauftemperaturen. Der Wert enthält Heizstab und Pumpen, und der Eigentümer hält den internen Zähler für ungenau. Im ersten Jahr lagen die Betriebskosten des Hauses für Heizung und Haushaltsstrom trotzdem rund 800 Euro unter denen mit Öl.
- Altbau von 1905 mit Erdwärme, JAZ 2,4. Hier arbeitet die Wärmepumpe gegen einen Salz-Latentwärmespeicher mit festen 50 Grad. Das zeigt den Effekt der Temperatur besonders deutlich: Selbst die effizientere Wärmequelle hilft wenig, wenn das System hohe Temperaturen verlangt.
In allen drei Fällen ist die Vorlauftemperatur hoch. Eine JAZ um 3 ist im unsanierten Altbau kein Versagen, kostet aber im Vergleich zu 4 rund ein Drittel mehr Strom. Ob sich das in Ihrem Haus trotzdem rechnet, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau mit einem Selbstcheck in vier Schritten.
Was die Besitzer bezahlt haben und was heute gefördert wird
| Posten (UBA-Sammlung) | Häuser mit Angabe | Median | Mittlere Hälfte |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe mit Einbau | 46 | 32.000 € | 24.250 bis 41.000 € |
| Gesamtkosten mit Begleitmaßnahmen | 47 | 40.000 € | 30.900 bis 50.500 € |
| erhaltene Förderung | 45 | 15.750 € | 11.375 bis 21.500 € |
| Förderung in Prozent der Gesamtkosten | 45 | 38 % | 34 bis 45 % |
Zu den Begleitmaßnahmen zählen je nach Haus neue Heizkörper, Speicher, Elektrik, teils auch Photovoltaik oder Dämmung. Die Förderung wurde je nach Einbaujahr nach den damaligen Regeln von BAFA oder KfW gewährt und ist mit heute nicht vergleichbar.
Rechenbeispiel nach heutigen Regeln. Nehmen wir die mittleren Gesamtkosten von 40.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro. Bei einem Antrag bis Ende 2026 gibt es 30 Prozent Grundförderung. Den Klimabonus von 16 Prozent bekommen Sie, wenn Sie eine Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas-Zentralheizung ersetzen. Der Einkommensbonus hängt vom zu versteuernden Haushaltseinkommen ab.
| Ihre Lage | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil bei 40.000 € |
|---|---|---|---|
| nur Grundförderung | 30 % | 8.400 € | 31.600 € |
| mit Klimabonus | 46 % | 12.880 € | 27.120 € |
| Klimabonus, Einkommen 30.001 bis 40.000 € | 70 % (Deckel) | 19.600 € | 20.400 € |
| Klimabonus, Einkommen bis 30.000 € | 80 % (Deckel) | 22.400 € | 17.600 € |
Ab 2027 sinkt die Grundförderung auf 15 Prozent, weitere 15 Prozentpunkte gibt es dann nur für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU. Der Klimabonus bleibt in voller Höhe nur bei einem Antrag bis zum 31. Januar 2027 und sinkt danach schrittweise, Details im Ratgeber Förderung sinkt ab 2027. Wie sich die Kosten im Einzelnen zusammensetzen, steht unter Was kostet eine Wärmepumpe?
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Was die Besitzer anderen raten
Jede Projektseite endet mit Tipps für Dritte. Liest man sie hintereinander, kommen dieselben Punkte immer wieder:
- Heizlast berechnen lassen, nicht schätzen. Zu groß dimensionierte Anlagen takten und müssen ständig nachgeregelt werden. Der Verbrauch des alten Kessels ist keine gute Grundlage.
- Vorlauf runter, wo es geht. Größere oder tiefere Heizkörper in den kritischen Räumen bringen mehr als jede andere Einzelmaßnahme.
- Zeit für die Betriebssuche einplanen. Ein halbes Jahr Suche ist in der Sammlung keine Ausnahme. Holen Sie mehrere Angebote ein und lassen Sie sich die erwartete Jahresarbeitszahl schriftlich nennen.
- Messen. Ein eigener Stromzähler und ein Wärmemengenzähler zeigen, ob die Anlage hält, was versprochen wurde. Ohne Zahlen fällt eine falsche Einstellung nicht auf.
- Heizstab im Blick behalten. Er macht aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme. Mehrere Eigentümer haben ihn bewusst abgeschaltet oder begrenzt.
- Nach dem Einbau nachjustieren. Heizkurve, Warmwasser-Temperatur und Laufzeiten lassen sich fast immer verbessern. Der Fraunhofer-Feldtest kommt zum selben Schluss: Wartung und Parametrierung verbessern die Effizienz teils deutlich.
Wer grundsätzlich zweifelt, ob sich der Umstieg lohnt, findet die häufigsten Einwände mit Messdaten im Faktencheck „Wärmepumpe lohnt sich nicht“. Den Vergleich mit einer neuen Gasheizung über 20 Jahre rechnet der Ratgeber Wärmepumpe oder Gasheizung durch.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr im Einfamilienhaus? In der UBA-Sammlung im Mittel rund 4.150 Kilowattstunden für Heizung und Warmwasser, bei einer mittleren Fläche von 160 Quadratmetern. Je Quadratmeter sind es meist 18 bis 34 Kilowattstunden, in älteren Häusern eher mehr.
Ist eine Jahresarbeitszahl von 3 schlecht? Nein, im unsanierten Altbau mit hoher Vorlauftemperatur ist das ein üblicher Wert. Der Fraunhofer-Feldtest kam bei Luftwärmepumpen im Bestand im Mittel auf 3,4. Liegt Ihre Anlage deutlich darunter, lohnt sich eine Prüfung von Heizkurve, Heizstab und Warmwasser-Einstellung.
Funktioniert eine Wärmepumpe mit alten Heizkörpern? In 29 Häusern der Sammlung mit JAZ-Angabe heizt die Wärmepumpe nur über Heizkörper, mit derselben mittleren JAZ von 4,1 wie in Häusern mit Fußbodenheizung. Oft wurden aber einzelne Heizkörper gegen größere getauscht.
Lohnt sich eine Wärmepumpe statt Ölheizung? Die 14 ehemaligen Ölheizungen mit JAZ-Angabe kommen im Mittel auf 4,15. Beim Ersatz einer Ölheizung gibt es den Klimabonus unabhängig vom Alter des Kessels, das senkt den Eigenanteil deutlich.
Wie lange hält eine Wärmepumpe? Eine verlässliche Durchschnittszahl gibt die Sammlung nicht her. Das älteste Beispiel in unserer Auswahl läuft seit 2009 und ist mit gelegentlichen Steuerungsausfällen gut 17 Jahre in Betrieb.
Ist die Wärmepumpe im Reihenhaus zu laut für die Nachbarn? Die Einreicher aus Reihenhaussiedlungen berichten keine Probleme, ein Gerät steht sogar unter dem Schlafzimmerfenster. Ein Gerät von 2009 in einem Einfamilienhaus musste aber nachträglich eingehaust werden. Achten Sie beim Kauf auf den Schallpegel, für die Förderung gilt ohnehin eine Grenze, siehe förderfähige Wärmepumpe 2026.
Wie finde ich heraus, welche JAZ meine Wärmepumpe hat? Teilen Sie die erzeugte Wärme eines Jahres durch den Stromverbrauch desselben Jahres. Verlässlich wird das mit einem eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe und einem Wärmemengenzähler. Die Anzeige der Anlage ist ein Anhaltspunkt, aber oft ungenauer.